Factoring – Erfolgsfaktor für finanzielle Stabilität

Als Factoring bezeichnet man die Forderungsübertragung an einen Factor. Der Begriff kommt vom lateinischen Wort factura für Rechnung. Ein Factorer bzw. ein Kredit- oder Spezialinstitut kauft Ihnen also Forderungen ab, welche Sie gegen einen oder mehrere Schuldner haben. Dabei ist es auch möglich das die Rechnungen schon länger offen sind.

Was aber der Factor natürlich in keinem Fall macht, ist Ihnen die faulen Rechnungen abkaufen. Im Folgenden ein paar Factoring Begriffserklärungen und wie es abläuft. Für Liquidität sind aber neben den Kosten auch das Thema Factoring und Online Kredite wichtig.

Factoring ist Forderungsabtretung

Forderungsabtretung ist eine grosse Chance. Denn mehr als 35% aller Rechnungen in Deutschland werden verspätet beglichen. Darunter leiden insbesondere Selbstständige, Freiberufler und Kleinunternehmen. Wer kann es sich schon leisten bis zu 43 Tage auf das Geld warten müssen. Mit der Forderungsabtretung können Selbständige Ihre Rechnungen mit wenigen Klicks erstellen, factorn und sich innerhalb 48h auszahlen lassen. Dabei verzichten die Anbieter bei der Forderungsabtretung auf lange Vertragsbindung, Mindestumsatz oder das übliche "Kleingedruckte".

Forderungsmanagement

Das Forderungsmanagement sorgt bei Selbstständigen dafür dass offene Forderungen so schnell und zügig wie möglich beglichen werden. Das Forderungsmanagement ist bei vielen kleinen Unternehmen Chefsache bzw. Aufgabe der Auftragsbearbeitung. Kein Handwerker, Kleinunternehmer und Selbstständiger kann es sich leisten, lange auf den Ausgleich offener Forderungen zu warten. Denn es müssen Waren, Miete und Mitarbeiter bezahlt werden. Offene Forderungen im Forderungsmanagement sind gleichzusetzen mit offenen Rechnungen.

Offene Rechnung

Eine offene Rechnung ist eine Rechnung, bei der kein Geldeingang nach Ablauf der Fälligkeit zu verzeichnen ist. Gibt es eine offene Rechnung, sollten Unternehmen sofortige Maßnahmen ergreifen. Wenn Kunden Rechnungen nicht bezahlen, dann liegt es entweder daran, dass Sie unzufrieden sind, oder Sie selber dringend auf einen Geldeinngang warten. Bezahlt wird die offene Rechnung dann nach Dringlichkeit. Klassische Mahnungen sind dann in der Regel wirkungslos. Leider lässt sich oft nicht gleich auf den ersten Blick erkennen, was das Problem ist. Ein Gespräch am Telefon oder unter vier Augen kann helfen, konkret zu erfahren, was die Gründe (oder auch Ausreden) sind, die offene Rechnung nicht zu bezahlen. Wer jetzt befürchtet, dass offene Rechnungen auch in nächster Zeit nicht bezahlt werden, jann das gerichtliche Mahnwesen an Inkasso Dienste und/oder Rechtsanwälte abgeben, die offene Rechnungen ohne persönliche Emotionen und auch strategisch angehen.

Factoring als Rechnungskauf

Kauf auf Rechnung – Kunden können Ware erst prüfen. Grundsätzlich bezeichnet der Rechnungskauf eine Zahlungsmöglichkeit, bei der Kunden die gelieferte Ware zunächst begutachten und bei Nichtgefallen wieder zurücksenden können, ohne dass sie zuvor etwas bezahlt haben. Rechnungskauf bietet sich für zahlreiche verschiedene Produkte an, aber das Risiko eines Unternehmens ist natürlich groß, dass die Rechnung trotz erbrachter Leistung nicht bezahlt wird. Durch Factoring lässt sich das Risiko des Rechnungskauf reduzieren.

Factor Anbieter

In Deutschland gibt es über 200 Factor Anbieter im Vergleich. Das passende  Factoringangebot und Factor zu finden ist ohne Beratung schwierig, da jede Unternehmenssituation individuell ist. Beim gängigen Factoring verkaufen Unternehmer offene Rechnungen an einen Factor . Der Anbieter (sogenannter “Factor”) kauft Forderungen aus Waren und Dienstleistungen von Industrie-, Gewerbe- und Dienstleistungsunternehmen an. Diese erhalten dadurch sofort Liquidität aus offenen Rechnungen. Der Factor verlangt dafür Gebühren, Zinsen und bspw. die Kosten der Debitorenprüfung. Ist die Prüfung des Schuldners positiv, dann zahlt der  Factor ihnen dann sofort einen Großteil der Rechnung aus.

Factoring Beispiel

Das folgende Beispiel zeigt den 40.000 € großen finanziellen Vorteil durch Factoring. Den Factor Kosten von 76.130 € stehen Factoring Vorteile von 115.500 € gegenüber. Dazu kommen im Beispiel noch ein verbessertes Kredit-Rating, bessere Einkaufsvorteile bei Lieferanten, eine verbesserte Zahlungsmoral von Kunden und verbesserte Bilanzkennzahlen.

Factoring Beispiel "verbesserte Eigenkapitalquote"!

Unternehmer unterschätzen regelmässig den Skonto Vorteil durch Factoring . Sie finanzieren bspw.  200.000 € Rechnungen über einen Factor und zahlen lediglich 1,95% Gebühren. Da Sie nun Liquidität immer verfügbar haben, können Sie z.B. 2% Skonto von Ihren Lieferantenrechnungen abziehen. Davon haben Sie 100.000€ im Jahr aus Grosshandelsbestellungen.

ERGEBNIS
2.000 € SKONTO abzgl. 1,950 € FACTORGEBÜHREN = 500 € GEWINN

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Factoring for Dummies

Mit dem richtigen Partner ist Factoring eine runde Sache. Was geschieht bei der Zusammenarbeit mit einem Factor? Zuerst erhält man einen Auftrag zur Erledigung einer Dienstleistung oder zur Lieferung eines Produktes. Handelt es sich um einen Neukunden, wird der Factor über Leistung und  den möglichen Rechnungsbetrag informiert. Der Factor prüft die Bonität des Kunden und man erhält darüber eine Auswertung. Bei positiver Prüfung übernimmt der Factor bis zu einem bestimmten Limit das gesamte Ausfallrisiko. Das richtet sich aber nach der jeweiligen Gesellschaft und nach der Art des Factorings. Das ist das Vorgehensmodell der etablierten Factorgesellschaften. Mittlerweile gibt es aber zahlreiche FINTECs in dem Bereich, die durch schnelle Prozesse überzeugen können.

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Wenn man nun die Rechnung eingereicht hat, wird diese dem Factor bereitgestellt. Er kauft die Rechnung an. Gleichzeitig erfolgt eine Gutschrift des Forderungskaufpreises bzw. -erlöses auf das Abrechnungskonto. Täglich werden 70-90 Prozent vom Kaufpreis ausgezahlt. Den Rest behält der Factor als Sicherheiten für Skonti oder Mängelrügen. Bei Zahlung durch den Kunden (Debitor) wird der Sicherheitseinbehalt gutgeschrieben. Zahlt der Debitor nicht, erfolgt die Gutschrift – je nach Gesellschaft - längstens nach etwa vier bis fünf Monaten.

Der Vorteil liegt klar auf der Hand: Unternehmen bleiben durch das Factoring immer flüssig und verfügen über nötige Geldmittel, wenn Investitionen zu tätigen oder z.B. Reparaturen zu erledigen sind. Allerdings werden Rechnungen nur insgesamt und erst ab einer bestimmten Summe aufgekauft, weil sonst die Kosten im Vergleich zum Gewinn des Factors zu hoch sind. Factoring empfiehlt sich auch im Interims Management.

Factoring Firma

Eine Factoring Firma ist natürlich ebenso wie das Unternehmen, das seine Forderungen verkaufen möchte hohen Risiken ausgesetzt. So wie der Unternehmer sein Geld nicht bekommen kann, ist natürlich dieses Risiko auch bei der Factoring Firma vorhanden. Die Firma sichert sich daher ab und prüft vor dem Ankauf offener Rechnungen Ihren Kunden auf Herz und Nieren. Dazu nutzt der Firma klassische Bonitätsdateien (Bürgel, Schufa, Infoscore, etc.), aber auch komplexe Algorithmen kommen insbesondere bei den neuen FINTECs zum Einsatz. Damit macht die Factoring Firma eigentlich nichts anderes, was der Unternehmer auch im Vorfeld eines Auftrags machen sollte.

Den Kunden auf Bonität prüfen aber weniger als 5% der Selbstständigen und vertrauen schlicht darauf, dass der Kunde schon zahlen wird. Das kann natürlich in einigen Fällen nach hinten losgehen. Bonitätsprüfungen sind für Unternehmen übrigens schon ab 15€ je Kunde möglich. Ab einer kritischen Aufragsgröße sollte das bei jedem Kunden gemacht werden, zudem sind Zwischenabnahmen und Zwischenrechnungen dringend angeraten. Jeder Handwerker weiss wie das geht. Im Zweifelsfall verlangen Sie als Unternehmer einfach Vorauskasse mit Hinweis auf die Bonitätssituation.

Factoring Gesellschaft, Factoring Unternehmen

Die Factoring Gesellschaft ist die Firma, die Ihnen Factoring anbietet. Hier gibt es mehr als 200 relevante Anbieter im Markt. Je nach Finanzierungsvolumen, Kundenkreis und Rechnungsstruktur kommen für Sie als Selbstständiger nur bestimmte Factoringgesellschaften in Betracht. Achten Sie bei der Auswahl der Factoring Gesellschaft immer darauf, dass Sie keine Gebühren für die Hilfe bei der Auswahl bezahlen. Die Berater bekommen hier Anteile an den Gebühren, die Sie an die Factoring Gesellschaft bezahlen ähnlich den Provisionen der Versicherungsvertreter.

Wer kann Factoring nutzen

Factoring ist leider nicht für alle Unternehmen geeignet. Produktionsunternehmen, Grosshandel und Dienstleister mit genau spezifizierbaren Dienstleistungen sind immer im Vorteil und haben eine grosse Auswahl an Unternehmen.

Werkverträge von Handwerkern, Ingenieuren und Architekten lassen sich dagegen selten mit Factoring absichern. Wenn ja, dann ist die Voraussetzung eine Abnahme (Zwischenabnahme) der erbrachten Leistungen. Das Abnahmeprotokoll (Dokumentation) stimmt der Factor im Vorfeld der Beantragung mit Ihnen auf die Anforderungen des Factors ab. Perfekt ist Factoring geeignet für IT-, ITK-Dienstleister, Personaldienstleister, Arbeitnehmerüberlassung, Anlagenbau, Maschinenbau und für klassisches Projektgeschäft.

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Handwerksbetriebe die nach VOB arbeiten benötigen meistens eine Factoring Sonderlösung. Auch werden von Factoring-Instituten Forderungen gegen Privatkunden oft abgelehnt. Aber letztlich findet sich für jeden Fall immer eine Lösung.

Echtes und unechtes Factoring

Man unterscheidet echtes und unechtes Factoring. Darunter versteht man, dass Sie trotzdem Geld bekommen (echtes), egal, ob der Kunde zahlt oder nicht oder eben nichts (unechtes). Echtes Factoring ist also dann gegeben, wenn das Forderungsausfallrisiko der übertragenen Forderungen mit an den jeweiligen Factor übertragen werden. Handelt es sich um ein unechtes Factoring , dann verbleibt das Ausfallrisiko, auch als Delkredererisiko bezeichnet, bei Ihnen. Für den Rechtsbestand der Forderungen haften aber in jedem Fall Sie. Rein rechtlich betrachtet handelt es sich daher um eine Drei-Personen-Beziehung, nämlich zwischen Ihnen, dem Schuldner und dem Factor.

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Stilles Factoring

Stilles Factoring oder verdecktes Factoring, bedeutet, dass die offene Forderungen an den Factor verkauft werden, ohne dass der Kunde davon informiert wird.Stilles Factoring wird genutzt, um die Kunden Beziehungen nicht zu belasten und um Abtretungsverbote zu umgehen. Der Kunde erhält beim Stillen Factoring die Rechnung vom Factor in einem neutralen Briefumschlag oder direkt vom Unternehmen. Der Debitor muss den fälligen Betrag an das vom Unternehmen angegebene Konto überweisen. Soweit alles normal. Der Unterschied ist nun, dass es sich um ein an den Factor abgetretenes Sonderkonto handelt. Das Konto läuft also auf den Firmennamen des Unternehmens und der Debitor kann nicht erkennen, dass die Forderungen verkauft wurde.

Für das Factoring Unternehmen ist das ein hohes Risiko, da auf die Verifizierung der Rechnungen verzichtet wird. Natürlich werden vom Factor Nachforschungen über den Debitor angestellt, aber das persönliche Gespräch ist manchmal unersetzbar.

Factoring Kosten, Gebühren, Factoring-Entgelt

Für das Factoring fallen Gebühren an, welche sich aus einer Gebühr auf den Umsatz und aus Zinsen zusammensetzen, wenn Liquidität in Anspruch genommen wurde. Mit der Factoring-Gebühr ist das Ausfallrisiko des Factors gedeckt. Auch der Kauf ohne Regress und die übernommene Buchhaltung sowie das Inkasso werden durch die Factoring-Gebühr abgegolten. Entsprechend der durchschnittlichen Laufzeit der Forderung erhebt der Factor eine Marge auf den Drei-Monats-EURIBOR als Zinskondition. Dabei bedeutet diese Abkürzung Euro Interbank Offered Rate und steht für die Durchschnitts-Zinssätze, zu denen die meisten europäischen Banken sich gegenseitig Anleihen in Euro zur Verfügung stellen. Die Laufzeiten dabei betragen eine Woche bis maximal ein Jahr. Das war jetzt alles sehr finanzlastig, aber im Prinzip bezahlen Sie 1-4% Factoring-Gebühr auf die Rechnungssumme an den Factor.

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Jetzt erhalten Sie aber nicht 96-99% ausgezahlt, sondern der Factor bildet beim Factoring Sicherheitseinbehalte bis zu 20%. Damit werden die Risiken bei Ihren Kunden abgedeckt. So gibt es einen Kaufpreiseinbehalt, der für Skonti, Gutschriften, Retourenbelastungen und Reklamationen einsteht. In Abhängigkeit von den Forderungen, die aufgekauft wurden, bildet man diesen täglich neu. Weitere Einbehalte für Gegenforderungen Ihrer Kunden oder Gewährleistungsverpflichtungen sind auch üblich. Dieser Einbehalt wird nabhängig von der Höhe der Forderungen, die aufgekauft wurden, gebildet. Damit erhalten Sie vom Rechnungsbetrag (Brutto) also abzüglich Sicherheitseinbehalt und Gebühren ca. 76-79% ausbezahlt. Und das oft nach 24h. Sollten Sie echtes Factoring gewählt haben, gibt es den Sicherheitseinbehalt nach ca. 90-120 Tagen je nach Vertrag.

Factoring Vorteile

Wer Factoring nutzt, lernt schnell die Vorteile kennen, die damit verbunden sind. Natürlich bezahlen Sie Factoring Gebühren zwischen 0,6 und 4 Prozent vom angekauften Forderungsbestand, aber das lohnt sich immer:

  • Rechnungen schnell vorfinanzieren (48h)
  • Sparen von Kosten im Einkauf durch Skonto (1-3%) = „Barzahler-Vorteil"
  • Einräumung längerer Zahlungsziele gegenüber Debitoren freut Ihre Kunden
  • Verbesserte Eigenkapitalquote freut Ihre Bank
  • Verbesserung von Bonität und Rating freut Ihre Bank
  • Ausschalten des Kunden Bonitätsrisikos, indem das Ausfallrisiko vom Factor übernommen wird
  • Entlastung des Debitorenmanagements (Rechnungen und Mahnungen schreiben, Geldeingang überwachen)
  • ...

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Factoring Nachteile

Eigentlich gibt es keine Factoring Nachteile. Dass eine Dienstleistung Geld kostet ist selbstverständlich. Und dass viele Unternehmen per AGB ein Abtretungsverbit aussprechen, was Factoring nicht ermöglicht, ist auch kein Factoring Nachteil, sondern schlichtweg Pech. Ein Factoring Nachteil ist evtl. das Imageprobleme bei offenen Factoring, wenn der Kunde mitbekommt, dass er nicht an Sie sondern einen Dritten bezahlen muss. Hierunter kann die Kundenbindung leiden. Wir sehen das aber entspannt. Einem seriösen Unternehmen, dass durch das Factoring bspw. 60 Tage Zahlungsziel erhält, sollte es egal sein, an wen bezahlt wird. Außerdem ist Factoring nicht für jede Wirtschaftsbranche geeignet. Das kann man aber eigentlich auch nicht als Nachteil werten, da Nachteile ja nur eintreten können, wenn man die Leistung auch in Anspruch nimmt.

Factoring Software

Factoring Software gibt es eigentlich nur für den Factor selber. Kunden des Factor können durch entsprechende Schnittstellen in der Factoring Software bspw. seine Forderungen verwalten, hochladen, bearbeiten etc. Perfekte Factoring Software  haben die neuen Online/ Fintecs im Einsatz. Hier eine Übersicht zur klassischen Factoring Software.

Factoring Verband

Factor Unternehmen, die im Factoring Verband organisiert sind, haben ein Qualitätssiegel, das Sie bei der Entscheidung für einen Factor Anbieter mit berücksichtigen sollten. Denn auch Factor Unternehmen können auch pleite gehen und damit lösen sich Ihre Forderungen in Rauch auf  (siehe Pleite von RB Heidelberger Factoring). Im Factoring Verband bundesverband-factoring.de finden sich inhabergeführte Factoring-Gesellschaften, die sich auf die Umsatzfinanzierung von kleinen und mittleren Unternehmen spezialisiert haben. Der Factoring Verband factoring.de hat große, meist international tätigen Gesellschaften, auch aus dem Bankenbereich und viele mittelständisch orientierte Factoring-Gesellschaften als Mitglieder.

Factoring Vertrag

Prinzipiell wird zwischen dem Factoring Anbieter und dem Kunden ein Factoring Vertrag geschlossen. Das kann schriftlich erolgen oder über Opt-in im Online Verfahren. In diesem Factoring Vertrag wird die schuldrechtliche Basis zwischen den am Factoring beteiligten Parteien geregelt:

  • Factoringgebühr
  • Zinssatz der Vorfinanzierung
  • Prüfgebühr
  • einmalige Implementierungsgebühren
  • Auditgebühren (für die jährliche Prüfung des Kunden vor Ort)
  • Bearbeitungsgebühren pro Rechnung
  • Debitorenanlagegebühren
  • Mahngebühren
  • ...

Für jede aufgekaufte Forderung gibt es dann einen  Factoring Ausführungsvertrag, der die Forderungsübertragung einer angekauften Rechnung beinhaltet. Damit können natürlich bei einem Factoring Vertrag auch Kosten entstehen, wenn keine Rechnungen angekauft werden.

Forderung verkaufen

Jeder der offene Rechnungen hat, die nicht bezahlt werden und wo unter Umständen auch Mahnungen erfolglos waren, sucht nach Möglichkeiten seine Forderungen zu verkaufen. Der erste Schritt Forderungen zu verkaufen, ist der Weg zu Inkassofirmen. Hier erfährt man schnell, dass Forderungen nicht gekauft werden sondern versucht wird das Geld zu bekommen. Man tritt die Forderung an die Inkassofirma ab und hat keinen Kontakt mehr mit dem Schuldner. Generell ist der Forderungsausfall natürlich für jeden Handwerker, Selbstständigen, kleines Unternehmen unangenehm, vor allen Dingen, wenn der Forderungsausfall einen unvorbereitet trifft. Aber wenn Sie versäumt haben, die Bonität Ihres Kunden für kleine 15€ geprüft zu haben, müssen Sie einen großen Teil der Schuld bei sich suchen.

Forderung an Inkasso verkaufen

Beim ersten Kontakt mit Inkassofirmen erfährt man schnell, dass Forderung an Inkasso verkaufen nicht bedeutet, dass man sofort sein Geld bekommt. Inkassofirmen treiben zudem nur fällige Forderungen ein. Das machen übrigens auch Rechtsanwälte. Letztere sind aber aus unserer Erfahrung weniger "kreativ", wenn es um das Forderungen eintreiben geht, denn Sie werden oft nicht variabel aus dem Erfolg, sondern nach der Gebührenordnung bezahlt. Hat man seine fällige Forderung an eine Inkassofirma abgetreten, hat man auch keinen Kontakt mehr mit dem Schuldner. Die Inkassofirma kümmert sich um den Mahnprozess und die Realisierung der Forderung. Irgendwann gibt es Geld, oder eben auch nicht. Inkassofirmen verlangen beim Forderungskauf zudem oft von bis zu 100€ als einmalige Gebühr für die Implementierung und bis zu 50% als erfolgsabhängige Provision. Bei kleineren Forderungen unter 200€ macht das Forderungen verkaufen Inkasso also wenig Sinn. Einige Inkassofirmen knüpfen zudem den Forderungskauf an weitere Kriterien die Ihre Kunden oder Sie selber betreffen können.

Forderungen verkaufen und sofort Geld bekommen, geht nur bei Factor Firmen und die kaufen leider überwiegend Forderungen an gewerbliche Kunden, die zudem nicht fällig sind. Forderung verkaufen privat geht eigentlich nur bei Arzt Rechnungen, dann ist der Kunde Privatkunde.  Offene Forderungen an einen Factor verkaufen geht also nur, wenn diese nicht schon fällig sind, ansonsten brauchen Sie ein Inkassounternehmen.

Verkauf von Forderungen

Beim Verkauf von Forderungen gibt es mehr als 200 Anbieter und zahlreiche Berater, die Sie bei der Suche kostenlos und kostenpflichtig unterstützen. Wichtig ist zu verstehen, dass nur nicht fällige Forderungen angekauft werden von Ihren Kunden, die nicht durch die Bonitätsprüfung des Factor fallen. Kosten und Gebühren sowie die Leistungen unterscheiden sich nicht wesentlich zwischen den Factorunternehmen. Leider gibt es keine Statistiek über den Prozentsatz der angekauften Rechnungen eines Factor. Das wäre natürlich beim Verkauf von Forderungen die entscheidende Grösse. Es bringt ja nichts, wenn der Factor nur 30% Ihrer eingereichten Rechnungen ankauft.

KMU Factoring

KMU sind kleine und mittelständische Unternehmen. Diese haben beim KMU Factoring natürlich andere Anforderungen. Das liegt wesentlich am Rechnungsvolumen, was angekauft werden kann. Viele Factor haben eine Grenze von 100.000 - 200.00€ pro Unternehmen und maximal 15.000€ je Rechnung. Das ist für einen Mittelständler mit 20-30 Millionen Euro Umsatz natürlich zu wenig. Hier braucht man KMU Factoring und spezielle auf das KMU abgestimmte Factor Software Lösungen.

Kunde zahlt Rechnung nicht, Rechnung nicht bezahlt

Kunde zahlt Rechnung nicht, hört man in letzter Zeit immer wieder. Irgendwie sind die Insolvenzen in Deutschland zwar rückläufig und Kapital bei den Unternehmen verfügbar. Aber gleichzeitig ist auch die Zahlungskultur in den letzten 10 Jahren gefühlt gesunken. Entweder wird verspätet oder gar nicht bezahlt. Das ist manchmal schon hart an der Grenze zum Eingehungsbetrug udn man hat manchmal das Gefühl, dass der Kunde von Anfang an schon nicht bezahlen wollte. Kunde zahlt Rechnung nicht können Sie nur verhindern, indem Sie die Bonität im Vorfeld prüfen, Materialrechnungen direkt vom Kunden bezahlen lassen, regelmässig Zwischenrechnungen stellen und Ihre Leistung schriftlich abnehmen lassen.

Rechnungen ankaufen, Rechnung kaufen, Rechnungen verkaufen

Das Business Rechnungen ankaufen ist spannend, wenn man eine Methode gefunden hat, um zahlungsfähige Kunden von Nichtzahlern und Betrügern zu unterscheiden. Für den normalen Selbstständigen ist das manchmal schwierig. Da viele kleine Unternehmen keinen Spezialisten in dem Bereich haben, macht es Sinn das Thema Rechnungen ankaufen und Liquidität outzusourcen. Einige Hightech Unternehmen und Startups sind in das Rechnung kaufen Business eingestiegen, da Sie glauben, durch Algorithmen und Prüfprozesse die zahlungsfähigen Kunden herauszufiltern und gleichzeitig die Ressourcen für den Betrieb eines Factor geringer zu halten. Tatsächlich machen diese Fintec Startups den etablierten Factor Unternehmen zeimlich Konkurrenz und Rechnungen ankaufen ist mittlerweile deutlich kundenfreundlicher und papierloser geworden.

Titulierte Forderung verkaufen

Titulierte Forderungen (Vollstreckungsbescheid, Gerichtsurteil vollstreckbar) sind natürlich gut und haben oft Nerven und Kosten bedeutet. Nur kann man mit titulierten Forderungen oft herzlich wenig anfangen, denn nur die wenigsten wissen jetzt, wo und wie Sie an Ihr Geld kommen. Das Bankkonto zu pfänden ist natürlich ein Weg oder man schickt gleich den Gerichtsvollzieher vorbei. Dazu muss man aber einen Pfändungs- und Überweisungsbeschluss erlassen. Ohne Hilfe eines Rechtsanwalts schwierig., was wieder mit Kosten verbunden ist. Wenn man nun nach einem Weg sucht Titulierte Forderungen zu verkaufen landet man bei Inkassounternehmen. Die nehmen den Titel mit einer kleinen Aufnahmegebühr und einer satten Provision im Erfolgsfall in Ihre Kundenkartei und versuchen das Geld vom Schuldner zu bekommen. Damit haben Sie erneut kein Geld auf dem Konto und müssen warten ob was rauskommt. Wenn Sie selber den Prozess des Geldeintreibens erledigen wollen, stellen Sie sich auf einen hohen Aufwand und Stress ein. Bei 20 offenen Forderungen kann das locker bis zu 30h im Monat sein. Da ist es manchmal besser Titulierte Forderungen zu verkaufen an ein Inkassunternehmen.

Factoring Wiki, wichtige Factoring Begriffe

Ausschnitts-Factoring, B2B-Factoring, B2C-Factoring, Echtes Factoring,  Factor, Factoring, Factoring Anbieter, Factoring für den Mittelstand, Factoring HGB § 354 a, Factoring-Branche, Factoring-Entgelt, Factoring-Gesellschaft, Factoring-Kunde, Factoring-Quote, Factoringentgeld, Factoringgebühr, Factoringinstitut, Factoringvertrag, Factors Chain international (FCI), Fälligkeitsfactoring, Forderungsankauf, Forderungsmanagement, Forderungsverkauf, Inhouse-Factoring, Kosten des Factoring, Lieferantenkredit, Limitprüfung, Liquidität, Nutzen Factoring, Online-Factoring, Reverse-Factoring, Stilles Factoring, Titulierte Forderungen verkaufen, Unechtes Factoring, Unternehmensfinanzierung, Varianten des Factorings, Zahlungen des Factors, Zedent, Zession, Zessionar, Auswahlfactoring, Bonität, Debitorenbuchhaltung, Debitorenmanagement, Delkredere, Full Service Factoring, Finanz- und Versicherungslexikon, Halb-offenes Factoring, Inkasso, Limit, Mahnwesen, Maturity Factoring, Offenes Factoring, Outsourcing, Sicherheitseinbehalt, Skonto, Ultimo-Factoring, Warenkreditversicherung, Wachstumsfinanzierung

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