Kredit

Existenzgründung Wissen – Schufa

Die Schufa (Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung) ist eine deutsche Wirtschaftsauskunftei. Es handelt sich um ein privates Unternehmen. Die Schufa sammelt Daten über deutsche Verbraucher. Diese Datensätze werden ausgewertet und jeder registrierte Verbraucher erhält einen Schufa-Score. Dieser Score, skaliert von 0 % bis 100 %, soll die Bonität der Verbraucher bzw. das Risiko eines Zahlungsausfalles ausdrücken.

Datensätze der Schufa

Die Schufa sammelt pro registriertem Verbraucher zahlreiche Daten. Dazu gehören persönliche Daten wie Name, Adresse, Alter auch Daten über abgeschlossene Verträge (Kreditverträge, Handyverträge) und die Anzahl der Girokonten. Das Gesamtvolumen der Daten ist insofern immens, als etwa 66 Millionen Personen bei der Schufa erfasst sind; das sind 80 % der deutschen Bevölkerung. Die Schufa hat keine Informationen über Einkommen und Art der Erwerbstätigkeit der registrierten Verbraucher.

Aufgabe der Schufa

Die Schufa dient den Unternehmen als Ansprechpartner, um sich über die Kreditwürdigkeit potentieller Kunden zu informieren. Die Unternehmen machen von dieser Möglichkeit regen Gebrauch. Dies ist in Zeiten sinkender Zahlungsmoral durchaus verständlich. Bevor man einem Kunden, den man nicht kennt, einen Warenkredit gewährt, d. h. ein Zahlungsziel einräumt, ist es sinnvoll zu überprüfen, ob bei dem Kunden ein erhöhtes Risiko besteht, dass es zum Zahlungsausfall kommt.

Kritik an der Schufa

Die Schufa wird vor allem aufgrund der mangelnden Transparenz kritisiert. So wird die genaue Berechnung des Basis-Score, der Kennzahl für die Bonität der Verbraucher bzw. das Zahlungsausfallrisiko, nicht offen gelegt. Bekannt ist, dass die Datensätze analysiert werden und ein Peergroup-Vergleich durchgeführt wird, also dass registrierte Personen mit ähnlichen Datensätzen miteinander verglichen werden.  Die Aussagekraft der der Analyse zugrunde liegenden Daten ist ebenfalls ein Kritikpunkt; so gibt die Anzahl der Girokonten oder der Handyverträge keinen Aufschluss über die Liquidität eines Kunden.

Ferner kommt es oft vor, dass auch oft falsche Einträge zu einem niedrigen Basis-Score und so zur Ablehnung von Kredit- oder Mietverträgen führen. Die Beantragung einer Selbstauskunft empfiehlt sich also auf jeden Fall, um so gegen falsche Einträge Widerspruch einlegen zu können.

Andreas Schilling

Blogger, Interims Manager, CSMO, CMO, Marketingprofi Digitalisierung, Funnel, Leadgeneration

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